Erster Prototyp rollt aus der Garage

Der faltbare Radanhänger


Die erste Herausforderung ist gemeistert, nach langem Tüfteln und Herumkonstruieren steht endlich ein vorzeigbarer Prototyp auf den Rädern.

Egal ob maximale Länge, kurz und wendig, Schmalspur-Transport oder klein verpackt für den Keller…

…er kann es „SoOderSo!“

Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht, einen faltbaren Riesen-Fahrradanhänger zu entwickeln, der zugleich klein und wendig genug sein sollte, um ihn die schmalen, steilen Treppen zu einem typischen Stadtkeller hinunterbuchsieren zu können. Und als Sahnehäubchen sollte dieser Anhänger während einer Leerfahrt nicht breiter als der Lenker des Zugrades sein.

Als Zielgruppe wollte ich den ambitionierten Alltagsradler mit Hobbybastler-Fähigkeiten erreichen.

Gesagt getan! Mit voller Freude kann ich Euch nun meinen ersten selbstgebauten Fahrradanhänger präsentieren.

Mit einer maximalen Ladefläche von 190 x 70 Zentimetern und 26 Zoll Laufrädern ist dieser Fahrradanhänger wohl eher zu den größten seiner Gattung herangewachsen.

Mit einem momentanen Leergewicht von insgesamt 25 kg (inkl. Deichsel) ist er keinesfalls ein Leichtgewicht, fällt in seiner Klasse aber nicht aus dem Rahmen.

Einzigartig sind die verschiedenen Falt- und Betriebsmodi, welche mir bei der Konstruktion, gelinde gesagt, fast den letzten Nerv geraubt haben.

Das Beste an der ganzen Sache: Der Anhänger besteht fast ausschließlich aus Systembauprofilen, Normteilen und Normalien. Die wenigen Sonderteile konnte ich problemlos von Online-Werkstätten zu fairen Preisen beziehen.

Ich habe ihn auf den Namen „SoOderSo“ getauft, weil er eben so…, oder so…, oder so…, betrieben werden kann.

Lang gemacht

1,90 m lange und 70 cm breite Ladefläche.

Viel Platz für noch mehr Zeugs.

Die große Ladefläche befindet sich in diesem Modus unterhalb der Radachse, in Kombination mit den großen Rädern erhoffe ich mir auf Forstwegen und schlechten Straßen viel Laufruhe.

Dank der speziell angeordneten und großzügigen Ausfräsungen konnte ich das Gewicht der Ladefläche aus Birke-Multiplex verhältnismäßig gering halten.

Kurz gefaltet

Oder mach mal halb lang…

80 cm lange und 70 cm breite Ladefläche.

Sollte es mal etwas weniger zu transportieren geben, so kann der SoOderSo werkzeuglos und in weniger als einer Minute auf halbe Länge gefaltet werden.

Die Räder wandern hierbei zur besseren Gewichtsverteilung ein Stück nach vorne.

Hoch(kant) genommen

Wo der Lenker durchpasst flutscht auch der SoOderSo durch. Schmale Straßen sind also problemlos nutzbar.

Hier bin ich mir ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher, ob sich diese Transportart im Fahrtest beweisen kann. Ich habe zwar durch Schrägstellung der Räder versucht die Radaufstandsbreite zu vergrößern, aber der Schwerpunkt liegt leider noch recht weit oben, sodass die Kippstabilität nicht besonders berauschend sein wird. Ich bin jedoch gespannt, ob und wie sich diese Problematik noch lösen lässt.

Kellerschubser

Rein ins Treppenhaus, die schmale verwinkelte Treppe zum Keller runter, durch Feuerschutztüren hindurch bis endlich der heimelige Fahrradzwinger erreicht ist.

Kein Problem in diesem Modus!

So ist der Große handlich und wendig wie ein Kleiner.

Eingelagert

101 cm hoch, 76 cm breit und 28 cm tief.

Innerhalb einer Minute sind alle Teile werkzeuglos, sauber und ordentlich im Inneren des SoOderSo verräumt.

Deichselanschluss

Den Anschluss für die Deichsel habe ich so gestaltet, dass diese über einen Steckbolzen in Windeseile in verschiedenen Winkeln arretiert werden kann.

So bleibt der SoOderSo beim Anhängen an unterschiedliche Laufradgrößen immer nahezu waagerecht.

Auch gibt es zwei Positionen für die verschiedenen Hand-Schiebemodi. Aber dazu später mehr…

Parkbremse

Damit der SoOderSo beim Parken auch wirklich auf seinem Platz stehen bleibt, gibt es eine Parkbremse für das jeweils linke und rechte Laufrad.

Die geringe Kontaktläche zwischen Reifen und Bremse ist dem Prototypen-Dasein geschuldet, wird aber noch überarbeitet.

Die Parkbremse kann in den Modi „LANG GEMACHT“ und „KURZ GEFALTET“ verwendet werden.

In den weiteren Faltzuständen ist die Parkbremse inaktiv.

Stützrad

Bevor der voll beladene SoOderSo vom Fahrrad abgekuppelt wird, kann das Stützrad ausgefahren werden. So wird verhindert, dass die Deichsel beim Lösen des Hängers vom Fahrrad nach unten absackt.

Somit ist ein kinderleichtes Abkuppeln gewährleistet…

…Parkbremse rein, Stützrad runter, Kupplung öffnen, Fahrrad vom Anhänger wegschieben und gleich verräumen!

Handwagen

Laut gesetzlicher Regelung dürfen ungebremste Fahrradanhänger ein zulässiges Gesamtgewicht von 45 kg nicht überschreiten.

Sollte jedoch einmal mehr Gewicht transportiert werden müssen, so kann auf den Handwagenbetrieb umgestellt werden.

Auf diese Weise sollen sich bis zu 100 kg Zuladung angenehm transportieren lassen.

Das Stützrad leistet beim Schieben treue Dienste. Auf unebenen Strecken sollte man es aufgrund des geringen Durchmessers allerdings anheben.

Der Handwagenbetrieb hat zwei Deichselpositionen:

45 Grad-Winkel nach vorn: für längere Wege
90 Grad nach oben: nenne ich den „Baumarktmodus“

Natürlich funktioniert der Handwagenbetrieb auch wunderbar im Modus „KURZ GEFALTET“.

Persönliches Fazit

An und für sich finde ich den SoOderSo sehr gelungen. Zudem bildete dieses doch recht umfangreiche Projekt den Start in meine Selbständigkeit und hat den strukturellen Aufbau meiner Tätigkeit stark geprägt.

Als nächstes wird der SoOderSo est einmal in Tests beweisen müssen, ob alles auch auf Dauer hält und funktioniert.

Mehr dazu in einem späteren Blogbeitrag…

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